Wie entsteht eigentlich das Substrat für die Pilzproduktion, und welche Prozesse laufen ab, bevor ein Speisepilz im Regal landet? Antworten auf diese Fragen erhielten wir als Technikerklasse Gartenbau bei unserer Exkursion am 11. Juni 2026 im Betrieb Pilzland in Essleben.
Bereits zu Beginn der Führung wurde deutlich, welche Dimensionen unsere moderne Pilzproduktion heute erreicht. Das Unternehmen produziert an mehreren Standorten weiße und braune Champignons. Mit einer wöchentlichen Produktion von über 500 Tonnen Frischpilzen gehört das Pilzland zu den bedeutenden Erzeugern in Deutschland.
Die Grundlage für eine erfolgreiche Kultur wird bereits bei der Herstellung des Substrats geschaffen. Wir erfuhren, wie aus Stroh, Pferde- und Hühnermist, Gips und Wasser durch einen kontrollierten Kompostierungsprozess ein hochwertiges Kultursubstrat entsteht.

Ein besonderes Highlight war die Besichtigung der Kulturräume. Der Betrieb verfügt insgesamt über 24 Kulturzellen, davon 12 für die Anzucht und 12 für die Ernte, wodurch wir einen Eindruck davon bekamen, unter welchen Bedingungen die Pilze kultiviert und anschließend geerntet werden. Die exakte Regelung von Klima, Luftfeuchtigkeit und Frischluftzufuhr zeigte uns, wie viel Fachwissen und technisches Know-how hinter einer modernen Pilzproduktion stehen.
Besonders eindrucksvoll war die Besichtigung der Erntebereiche. Innerhalb weniger Tage entwickeln sich aus dem unsichtbaren Pilzgeflecht im Kompost die späteren Pilze. Die Champignons werden im Pilzland ausschließlich von Hand geerntet. Dabei erfolgt die Ernte in zwei Erntewellen, weil die Pilze nicht alle gleichzeitig ihre optimale Größe erreichen. Zum Einsatz kommen moderne Erntewagen mit Förderbandsystem, über die die Champignons direkt weitertransportiert werden.
Im Pilzland Essleben wird der Bio-Anbau durch die klare räumliche Trennung innerhalb des Betriebs ermöglicht. Dabei findet die Bio- und konventionelle Produktion in getrennten Kammern eines Hauses statt, wodurch eine Vermischung ausgeschlossen wird. Zusätzlich sorgt eine strikte Prozess- und Sortierungstrennung dafür, dass die jeweiligen Anforderungen zuverlässig eingehalten werden. So kann im selben Betrieb sowohl konventionell als auch nach Bio-Richtlinien produziert werden.
Für uns als Technikerklasse Gartenbau war die Exkursion eine wertvolle Gelegenheit, theoretische Inhalte aus dem Unterricht mit praktischen Erfahrungen zu verknüpfen. Gleichzeitig konnten wir unseren Blick über die klassischen Bereiche des Gartenbaus hinaus erweitern und einen interessanten Einblick in die Welt der Edelpilzproduktion gewinnen.
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