High-Tech im Knoblauchsland: Ein Blick hinter die Kulissen des Gemüsebaubetriebs Hofmann

Am 16. April 2026 hatten wir im Rahmen unserer Schulexkursion die Gelegenheit, einen echten Vorreiter der modernen Landwirtschaft zu besuchen: den Gemüsebaubetrieb Hofmann mitten im Knoblauchsland. Was von außen wie gewöhnliche Glasflächen wirkt, entpuppte sich als absoluter High-Tech-Betrieb, der Nachhaltigkeit, Digitalisierung und traditionellen Anbau vereint.

Der Betrieb in Zahlen

Um die Dimensionen zu verstehen, haben wir zuerst die harten Fakten notiert. Der Betrieb bewirtschaftet eine Freilandfläche von stolzen 70 bis 80 Hektar, auf der hauptsächlich Sellerie, Lauch, Salat und Zucchini wachsen. Das eigentliche Herzstück der Innovation ist jedoch das 5 Hektar große Gewächshaus (GWH). Organisiert wird das Ganze von 25 festen Arbeitskräften, die in der Hauptsaison von bis zu 100 Saisonarbeitskräften unterstützt werden.

Hydroponik: Der Salat der Zukunft

Ein absolutes Highlight war die 2,5 Hektar große Salatproduktion im Gewächshaus. Hier wächst der Salat (vor allem die Sorten Trio und Kopfsalat) komplett ohne Erde in einem hochmodernen, geschlossenen Hydroponik-Rinnensystem.

Der Umwelt-Vorteil: Durch das geschlossene Kreislaufsystem spart der Betrieb im Gewächshaus mindestens 80 % Wasser im Vergleich zum klassischen Anbau ein. Das Wasser wird exakt dosiert und wiederverwendet.

Zudem werden die Salate mitsamt ihrer Wurzel geerntet und verkauft. Dadurch bleiben sie im Supermarkt und zu Hause deutlich länger frisch, was Lebensmittelverschwendung reduziert.

Smarte Klimasteuerung über Computer

Der gesamte Anbau wird rund um die Uhr von einem zentralen Klimacomputer überwacht. Dabei gelten exakte Zielwerte für optimales Wachstum:

  • CO₂-Versorgung: Liegt bei 600–800 ppm, wobei das CO₂ aus der Gasheizung gewonnen wird.
  • Luftfeuchtigkeit: Beim Salat wird penibel auf 70–80 % Luftfeuchtigkeit geachtet, damit immer ein minimaler Feuchtigkeitsfilm auf den Pflanzen liegt.
  • Temperatur: Die Lüftungstemperatur öffnet sich präzise bei 26–27 °C, basierend auf der Tagesmitteltemperatur.
  • Energieschirme: Zwei bewegliche Schirme sorgen für die nötige Schattierung oder schließen sich nachts zur massiven Energieeinsparung.

Biologischer Pflanzenschutz bei Paprika & Gurken

Auf einem weiteren Hektar wird Paprika angebaut (davon ein Drittel gelbe Bio-Paprika) sowie Gurken. Da es sich um eine offene Zucht handelt, ist der Schutz vor Schädlingen wie Wanzen eine Herausforderung. Der Betrieb verzichtet jedoch komplett auf chemische Pflanzenschutzmittel (PSM). Stattdessen sind in den Fenstern engmaschige Insektennetze installiert. Das Ergebnis überzeugt: Kaum Pilzbefall und eine minimale Ausfallquote von nur 1–2 %.

Die Pflege ist allerdings reine Handarbeit: Die im Januar gepflanzten und im November auslaufenden Paprikapflanzen werden dreitriebig gezogen. Eineinhalbmal pro Woche müssen die Arbeitskräfte die Seitentriebe ausbrechen und die Pflanzen um die Schnüre wickeln. Am Ende steht ein Spitzenertrag von 30 kg pro Quadratmeter.

Vom Samenkorn zur Ernte

Die Vermehrung startet im Betrieb mit der eigenen Aussaat in eine hofeigene Substratmischung (60 % Torfanteil und Abdecksubstrat). Nach 2 Tagen im Keimraum bei optimalen 18–19 °C kommen die Jungpflanzen in Steinwoll- oder Kokoswürfel, wo sie über präzise Tropfschläuche bewässert werden. Um die Nährstoffe perfekt zu kontrollieren, wird alle zwei Wochen eine exakte Drainanalyse des abfließenden Wassers durchgeführt.

Fazit: Der Ausflug hat uns gezeigt, dass die moderne Landwirtschaft im Knoblauchsland ein echtes High-Tech-Berufsfeld ist, das zeigt, wie ressourcenschonende Ernährung von morgen funktioniert!

Konstantin Stöcker, G2

Beitrag erstellt 92

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben