Innovative Technik – Seminartag der Gärtnermeisterklasse

Beim Seminartag der Gärtnermeisterklasse am 12. Februar drehte sich alles um innovative Technik in der Baumschule. Bereits zwei Wochen zuvor hatten wir den Auftrag bekommen, uns auf der IPM in Essen nach spannenden Neuerungen im Gartenbau umzusehen. Zum Einstieg in den Seminartag stellten wir unsere ausgewählten Innovationen kurz in der Klasse vor. Dabei reichten die Themen von Maschinen zum automatischen Ballieren von Pflanzen über die Nützlingsausbringung bis hin zu moderner Technik für die Unkrautbekämpfung und weitere praxisnahe Lösungen. Es war beeindruckend zu sehen, wie schnell sich die Technik im Gartenbau weiterentwickelt und welche Möglichkeiten sich daraus für unsere zukünftige Arbeit ergeben.

Nach der Frühstückspause machten wir uns gemeinsam auf den Weg zum Versuchsbetrieb Stutel. Dort nahmen sich Andreas Lösch und Tizian Lömpel Zeit für uns und stellten die neue Bewässerungsanlage vor. Auf dem etwa 10 Hektar großen Betrieb werden vielfältige Versuche in den Bereichen Baumschule und Obstbau durchgeführt. Gerade durch die in den letzten Jahren häufiger auftretenden Trockenperioden und die begrenzte Verfügbarkeit von Wasser rückt das Thema effiziente Bewässerung immer stärker in den Fokus. Deshalb wurde im Jahr 2023 ein hoher sechsstelliger Betrag in eine moderne Anlage investiert.

Vor Ort bekamen wir den Aufbau und die Funktionsweise der Bewässerung ausführlich erklärt und konnten anhand von Bildern auch einen Blick auf die Bauphase werfen. Während früher die komplette Fläche abgefahren werden musste, um die einzelnen Wasserhähne von Hand zu öffnen, lässt sich heute alles zentral per Funk über den Computer steuern. Unterstützt wird das System durch mehr als 20 Feuchtesensoren im Boden sowie eine eigene Wetterstation. So werden kontinuierlich Daten gesammelt, um die Bewässerung bedarfsgerecht und möglichst effizient zu planen.

Da im Versuchsbetrieb viele verschiedene Kulturen auf eher kleinen Flächen stehen, müssen die einzelnen Bereiche separat gesteuert werden. Entsprechend leistungsfähig ist die verbaute Technik: Sie wäre im Obstbau sogar ausreichend, um eine Fläche von über 200 Hektar zu bewässern. In den 20 Verteilerhäuschen auf dem Gelände sind insgesamt etwa 150 Magnetventile verbaut, die einzeln angesteuert werden können. Laut Andreas Lösch konnten mit der neuen Anlage in den vergangenen Jahren rund 50 Prozent Wasser eingespart werden. Gleichzeitig bedeutete die Umstellung für die Mitarbeiter auch eine deutliche Veränderung der Arbeitsabläufe. Da eine Anlage in dieser Form in Deutschland bislang einmalig ist, gibt es noch keine langjährigen Erfahrungswerte. Diese sollen nun in den kommenden Jahren an der LWG gesammelt werden.

Zum Abschluss unseres Besuchs erhielten wir bei einem Rundgang über den Versuchsbetrieb noch Einblicke in die Pumpen- und Filteranlagen sowie in die Verteilerstationen. Anschließend ging es für uns pünktlich zum Mittagessen zurück – mit vielen neuen Eindrücken und einem guten Gefühl dafür, welche Rolle moderne Technik künftig im Gartenbau spielen wird.

G1b, Tobias Falk

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