Vielleicht hat die eine oder andere interessierte Person schon auf der Website der Schule oder beim Tag der offenen Tür davon gehört, dass hier in Veitshöchheim im Rahmen der Meister- und Technikerweiterbildung auch das so genannte Erasmus+-Programm durchaus eine zentrale Rolle spielt.
Im Folgenden soll deswegen noch einmal etwas detaillierter beleuchtet werden, welche Möglichkeiten sich durch Erasmus+ für die Meister- und Technikerschüler und –Schülerinnen ergeben können und wie diese üblicherweise umgesetzt werden.
Zuerst zum Allgemeinen: Unter dem Namen Erasmus+ wurden im Jahr 2014 diverse Bildungs- und Jugendprogramme der Europäischen Union (EU) zusammengefasst. Die EU fördert mit diesem Programm die europaweite Zusammenarbeit in allen Bereichen der Bildung, dem Sport und der Jugendarbeit durch finanzielle Unterstützung sowie Projektberatung.
In Veitshöchheim wird diese Förderung in zwei Formen angenommen: es gibt erstens die Möglichkeit der sogenannten Kurzzeit-Lernmobilität. Hinter diesem etwas sperrigen Wort verbirgt sich im Wesentlichen eine Klassenexkursion ins EU-Ausland. Diese wird zum großen Teil durch die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte vorbereitet: zuerst muss entschieden werden, in welches Land die Reise gehen soll, Betriebe werden kontaktiert und Anträge ausgefüllt. Wenn das alles erledigt ist, erwartet einen eine etwa zehntägige Exkursion, die jeweils zur Hälfte aus einem Kurzpraktikum in einem einzelnen Betrieb und etwa halbtägigen Exkursionen zu anderen fachlich ansprechenden Zielen besteht. In den letzten Jahren führten die Exkursionen z. B. nach Österreich, Italien, Portugal oder in die Niederlande.
Zweitens gibt es aber noch die Erasmus+-Praktika, die üblicherweise nach dem ersten Schuljahr in den Sommerferien absolviert werden. Hierbei bleibt jedem die freie Wahl betreffend Zielland (80% der Praktika in diesem Jahr sollten innerhalb der EU stattfinden und 20% können außerhalb, z. B. in der Schweiz oder Großbritannien, durchgeführt werden) und Betrieb. Es kommen Produktions- und Endverkaufs- sowie Forschungsbetriebe oder auch botanische Gärten in Frage.
Bei der Beantragung der Mittel für das Praktikum findet viel Unterstützung durch die Schule statt, natürlich kümmert sich jede/r einzelne aber selber darum, einen Praktikumsplatz zu finden und zu kontaktieren. Für die angehenden Techniker bietet es sich sinnvollerweise an, dieses Praktikum als sechswöchiges Pflichtpraktikum zu planen und für den Techniker anrechnen zu lassen. Die minimale Praktikumsdauer beträgt aber nur 28 Tage. Eine wichtige Anmerkung für alle, die sich für den Meister, aber nicht den Techniker interessieren: das Praktikum ist für alle Schülerinnen und Schüler da! Auch, wenn man de facto schon mit der Schule fertig ist und den Meister in der Tasche hat, hat man die gleiche Möglichkeit, ein Auslandspraktikum durchzuführen.
Für mich persönlich stellen die Möglichkeiten, sowohl mit der Klasse als auch alleine fachlich relevante Auslandserfahrungen zu sammeln, ein großes Privileg dar und verleihen dem Standort Veitshöchheim einen echten Mehrwert. Durch die engmaschige Betreuung der Schülerinnen und Schüler wird der bürokratische Aufwand überschaubar und die finanzielle Förderung ermöglicht es einigen überhaupt erst, sonst zu kostspielige Auslandsaufenthalte zu realisieren.
Annika Jongeling, G1z

