Japankäfer

Spannende Vorträge an der LWG, heute: Quarantäneschädlinge

Als Studierende an der LWG ergibt sich häufiger die Möglichkeit, verschiedene Personen und Bereiche in der Branche kennenzulernen, von denen man zwar weiß, mit denen man im beruflichen Alltag aber eher weniger in Berührung tritt, obwohl sie einen wichtigen Bestandteil darstellen. So durften wir am Freitag, dem 28.11.2025 Frau Andrea Stiegler vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kitzingen-Würzburg bei uns begrüßen. Sie hielt einen Vortrag über ein Thema, das nicht nur den Gartenbau, sondern auch andere landwirtschaftliche Branchen bis hin zu einfachen Gartenbesitzern betrifft: Quarantäneschädlinge.

Frau Stiegler hat uns zuerst einen Einblick in die rechtlichen Gegebenheiten ermöglicht, dem nationalen Monitoring. Dieses ist für alle EU-Mitgliedsstaaten verpflichtend, sodass wir nicht nur als einzelne Betriebe auf Schädlinge achten, sondern gemeinsam ein Frühwarnsystem bilden, um eingeschleppte Arten mit hohem Schadenspotenzial, schnellstmöglich zu erkennen, zu melden und ihre Verbreitung einzudämmen. Falls dann einer der meldepflichtigen Schädlinge auftritt, werden unter anderem folgende Schritte eingeleitet: Abgrenzung von Gebieten, Rückverfolgung der Pflanzenherkunft mithilfe von Pflanzenpässen, Meldung an die EU-Kommission, Behandlung oder Vernichtung der Befallsobjekte und schlimmstenfalls ein Anbauverbot der Wirtspflanzen.

Die Schädlinge selbst sind in drei Prioritätenlisten aufgeteilt, wobei Priorität eins die 20 Schaderreger umfasst, die in der EU das größte Schadenspotential darstellen. Tatsächlich sind die meisten auf dieser Liste Insekten und die Nummer eins hat Frau Stiegler besonders unter die Lupe genommen, den Japankäfer ‘Popillia japonica’.

Auch wenn der Käfer erstmal hübsch erscheint, mit seinem schimmernden Grün, Walnussbraun, und den fünf weißen Püscheln auf beiden Seiten, hat er für seine geringe Größe von etwa einem Zentimeter, ganz schön Appetit. Angefangen bei den Engerlingen, die sich im Boden an Pflanzenwurzeln fett fressen, bis hin zum adulten Käfer, der über 414 Wirtspflanzen in 94 Pflanzenfamilien auf seinem Speiseplan hat und diese kahl frisst. Darunter Wein, Apfel, Kirsche, Mais, Kartoffel, Tomate und viele weitere – alles wichtige Ertrags- und Zierpflanzen. Mit dieser Menge an Futter braucht es auch nicht lange, bis der Käfer sich einmal ausgebreitet hat, wenn er an einem neuen Punkt gelandet ist. Gerade in Italien ist die Population in den letzten Jahren explodiert von gezählten 29.000 im Jahr 2014, zu über 32 Millionen schon 2019. Auch in Casoro in der Schweiz wurden aus 200 Käfern im Jahr 2020, schnell innerhalb von drei Jahren 200.000. An solchen Zahlen kann man sehen, wie wichtig das Melden einer Sichtung ist. Besonders eindrucksvoll waren hierzu auch die Bilder von eimerweise gefangenen Käfern, die mit Lockstoffen in Fallen gelockt wurden.

Hier nochmal ein Dankeschön an Frau Stiegler und ihren sehr spannenden und aufschlussreichen Vortrag, denn durch Klimawandel und globalen Handel steigt einfach das Verbreitungsgebiet nicht-heimischer Schaderreger ohne natürlichen Feind, was unsere Aufgabe der Wachsamkeit und Kooperation mit Ämtern wie dem AELF wichtiger denn je macht.

Lukas Zimmermann, G1 2025

Beitrag erstellt 64

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Ähnliche Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben