Der Weg von Italien in die LWG

Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich meinen Gesellenbrief in den Händen hielt. Stolz – klar. Aber auch mit dem festen Entschluss: Das ist erst der Anfang.

Für mich war dieser Schritt der Beginn einer Reise. Denn meiner Ansicht nach ist der Meisterbrief notwendig, wenn man einen Betrieb gründen oder übernehmen möchte. Aber wie so oft im Leben kam es anders: Ich habe die Chance genutzt und mich in Italien selbstständig gemacht. Dort produziere ich Kräuter und Zierpflanzen für den deutschen Markt. Ich merkte jedoch, dass man mich fachlich nicht immer eindeutig einordnen konnte, und wollte mich ohnehin weiterbilden. Also stellte sich die Frage: Techniker oder Meister – und vor allem: an welcher Schule? Wie es der Zufall wollte, besuchte ich meine Eltern in Deutschland, als die Techniker- und Meisterschule Veitshöchheim zu einer Betriebsbesichtigung vorbeikam. Nachdem ich mich vorgestellt hatte, kam eine Lehrkraft auf mich zu und fragte, ob ich bereits Meister oder Techniker sei. Als ich das verneinte, lud sie mich kurzerhand zum Tag der offenen Tür ein. Ich war sofort begeistert, meldete mich spontan an – und besuche nun seit Mitte September den Meisterkurs.

Angekommen und eingewöhnt

Die Eingewöhnung war anfangs etwas schwierig, da ich vom italienischen Wetter verwöhnt war. Trotzdem habe ich mich schnell gut eingelebt. Wir können hier auf eine hohe fachliche Kompetenz zurückgreifen. Man kann wirklich viel fragen und bekommt auf alles eine fundierte Antwort und Erklärung. Die Lehrkräfte und Referentinnen und Referenten sind mit Leib und Seele dabei, um den Schülerinnen und Schülern ihr Fachwissen zu vermitteln und uns bestmöglich auf unseren beruflichen Weg nach der Schule vorzubereiten.

Gruppenzusammenhalt

Was man nicht unterschätzen darf, ist der Zusammenhalt in der Gruppe. In kurzer Zeit lernt man viele Menschen kennen – und das sollte man unbedingt nutzen. Eine gute und gesunde Vernetzung ist enorm wertvoll, nicht nur mit den eigenen Klassenkameraden, sondern auch mit den anderen Klassen, sei es mit den Winzern oder den Garten- und Landschaftsgärtnern. Der Austausch lohnt sich, denn jeder bringt unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven mit. Einer der wichtigsten Punkte ist jedoch der Zusammenhalt: Auch wenn es mal hart wird, weiß man, dass man nicht allein ist. Alle gehen gemeinsam durch diese Zeit – und genau deshalb sollte man sich gegenseitig unterstützen und motivieren.

Fazit

Man kann sagen, dass manchmal auch der Zufall den Weg vorgibt – selbst mich hat er von Italien bis nach Veitshöchheim geführt. Ich kann nur aus meiner Sicht sprechen: Wer sich fragt, ob sich der Meister oder der Techniker lohnt, dem würde ich ganz klar sagen – ja, auf jeden Fall. Selbst in einem Jahr lernt man unglaublich viele neue Menschen und fachliche Inhalte kennen. Also: Einfach ausprobieren, den Schritt wagen und die Anmeldung abschicken!

Hartmann, G1Z

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