Fragen an unseren Schulleiter, Arved von Mansberg

Seit zehn Jahren leitet Arved von Mansberg unsere staatliche Meister- und Technikerschule für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim. Was ihn jeden Tag bewegt, motiviert und zur Weißglut treibt, erfahrt ihr hier in diesem Interview:

Was motiviert Sie jeden Tag, Ihr Schulleiterbüro aufzusperren?

Junge begeisterte Winzer und Gärtnerinnen eine spannende Fortbildung zu bieten.

Die Mitarbeiter der Schulverwaltung brennen für diese Schule, da wir schon viele erfolgreiche und motivierte junge Nachwuchskräfte in die Branche vermittelt haben.

Was war Ihr spannendstes Erlebnis als Schulleiter?

Die jährlich stattfindende Ausstellung ist immer eine sehr aufregende Veranstaltung, da wir von Wind- und Wetter und Publikum abhängig sind.

Bei der Eröffnung am Freitag sind alle voller Hoffnung, eine große Besucherzahl begrüßen zu können. Nur wenn am Freitag ein Bild in der lokalen Zeitung erscheint, ist ein sehr guter Besuch spontaner Garten- und Weinfreunde sicher.

Es gab aber auch schon verschneite Ausstellungen, wo wir am Sonntag Abend ernüchternd feststellend mussten, dass die viele Arbeit fast umsonst war.

Was macht Sie besonders stolz?

Es gelingt uns seit über 100 Jahren, immer wieder junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren aus ganz Deutschland und auch den Nachbarländern an unseren Schulstandort im schönen Frankenland zu locken. Dabei ist die von Mund- zu Mund-Propaganda von Freunden, Bekannten und Chefs aus der Branche nach wie vor die beste Werbung.

Was sind die unangenehmen Dinge, die Sie täglich umtreiben?

Tatsächlich sind die unangenehmen Dinge meist Schiksalen der Studierenden verbunden, die zwar interessant wären, aber hier nicht öffentlich dargestellt werden können. Aber täglich können Sie mich erleben, wenn ich stehen gelassene Kaffeebecher in die Mensa zurücktrage, Bierflaschen aufsammle, weil sie unsere schöne Schule verschandeln und liegen gelassene oder vergessene Papierstöße im Papierkorb versenke. Das treibt mich zur Weißglut.

Wie sieht Ihr Alltag aus?

Leider tatsächlich sehr viel Verwaltungsarbeit. Da unser Schulleben nach vielen Rechtsvorschriften wohl organisiert ablaufen muss und die junge Generation auch auf ihre Rechte kennt und darauf beharrt. Dann muss fehlendes oder erkranktes Personal ersetzt werden, damit der Laden am Laufen bleibt. Gesprächswünsche von Studierenden und Lehrkräften versuche ich sofort oder zeitnah in den Alltag einzuschieben.

Wie sind Sie mit dem Berufsstand verbunden?

Wir waren die erste Schule in Deutschland, die im Wein- und Gartenbau die Noten aus der Meisterprüfung vollständig in das Schulzeugnis mit übernommen haben. Wir gehen damit ein großes Risiko ein, weil wir den Praktikern ein unmittelbares Prüfungsrecht unserer Absolventen zubilligen. Die aktuellen Lehrpläne sind immer mit den jeweiligen Berufsständen abgesprochen, da sie ja Bestandteil der Meisterprüfung sind.

 

Vielen Dank für den tollen Einblick in Ihren Alltag!

Margot Burger
Lehrerin, BWL Mitarbeiterin im Institut für Erwerbs- und Freizeitgartenbau der LWG Mein Ziel: Neue Schüler für unsere Schule zu begeistern, und den Kontakt zu ehemaligen aufrecht zu erhalten. Deshalb stelle ich hier Interviews mit ehemaligen Veitshöchheimern ein. Spannend, was nach Veitshöchheim aus einem werden kann...
Beitrag erstellt 11

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Verwandte Beiträge

Beginne damit, deinen Suchbegriff oben einzugeben und drücke Enter für die Suche. Drücke ESC, um abzubrechen.

Zurück nach oben