Interview mit Klaus Körber

Klaus Körber ist eine feste Größe an der LWG und ein charismatischer Lehrer. Er beschert uns einzigartige Erlebnisse, sei es im Unterricht oder auf Exkursionen. Wir Baumschuler sind uns einig: Bei allem was wir mit der zeit vergessen mögen, an Herrn Körber werden wir uns immer erinnern.

Herr Körber wie kamen sie zum Gartenbau?

Meine Eltern hatten eine Schnapsbrennerei, und mein Vater hat immer schon Schnaps gebrannt. Wir hatten eine Streuobstwiese und alles was dazugehört. Von daher hab mich schon immer “eweng” für den Garten interessiert. Nach meinem Abitur hab ich ein Jahr bei einem Winzer, also im Weinberg, gearbeitet. Auch zwischen Abi und Bundeswehr hab ich das gemacht, damals für 8 Mark die Stunde! Also dachte ich, na ja, machst was mit Obstbau, habe dann in Weihenstephan angefangen Landwirtschaft zu studieren: Das war aber nicht das Wahre… Ich konnte dann zum Glück in Weihenstephan auf Gartenbau wechseln. Sonst wäre ich heute nicht hier – in Veitshöchheim – und würde vielleicht eher über die Schweinepest reden! Es war eine gute Entscheidung, darüber bin ich heute noch froh.

Erleben Sie manchmal Langeweile im Beruf?

Hm, ne, auch nach 30 Jahren ist es immer noch interessant. Die Herausforderung, jedes Jahr wieder eine Klasse dahin zu bringen, wo man selber hinwill, ist immer spannend. Das wird nie Langweilig! Ich war bestimmt schon 20 mal in Italien und 25 mal in Holland und da erlebt man einiges, gerade mit den Schülern. Der Freistaat hilft uns ja gewaltig, da macht das schon Spaß (lacht). Im Unterschied zu früher gehen die Herausforderungen mittlerweile – nicht nur für die Lehrer – viel mehr Richtung Klimawandel, Trockenheit und so weiter. Vor dreißig Jahren waren alle noch happy, aber mittlerweile ist viel passiert, auch fachlich viel passiert. Wie reagiert man jetzt auf den Klimawandel? Was tun die Betriebe, wo entwickelt sich das hin?
Darüber hinaus bin ich sehr unabhängig in meiner Tätigkeit… wie ein freischaffender Künstler, mit viel Erfahrung… So frei arbeiten zu können, dafür bin meinem Arbeitgeber, der LWG, sehr dankbar, dass ist nicht selbstverständlich!

Worin bestehen die Früchte Ihrer Arbeit?

Na ich denke bei den bayerischen Baumschulen haben wir viel dazu beigetragen sie in Richtung “hochwertige Endverkaufsbetriebe” zu bringen. Auf den “Treffpunkt Baumschule” und ähnliche Veranstaltungen – mit den Klimabäumen zum Beispiel auch über Bayern hinaus – reagiert die Branche gut. Neben dem Lehrer-sein – ich bin nur ungefäht zu 40% Lehrer – habe ich die Verantwortung über 10 Hektar Versuchsbetrieb, dem Stutel, inne: Früher gings darum “was ist schön”, heute geht’s drum “was geht bei 40 Grad und ohne Wasser”. Auch in dem Bereich konnten wir viel bewegen und forschen.

Kann das jeder Lehrer?

Viele Lehrer sind nebenberuflich an der LWG tätig: Ich habe als Fachbereichsleiter etwas mehr Möglichkeiten. Als wir zum ersten mal ins Fernsehen kamen, haben wir begriffen das man gärtnerisches Wissen viel breiter streuen kann. Bernhard Mücke der damals bei Querbeet federführend war, hat für uns den ersten Querbeet-Auftritt möglich gemacht. Das war damals sozusagen unser Ritterschlag und wir konnten uns als Fachleute profilieren. Für das Ego der LWG war das nicht schlecht und natürlich auch wir, als Menschen, sind Stolz darauf. Die Sendung Querbeet ist für uns heute noch wichtig: In dutzenden berichten über Indianerbananen, Magnolien (und was nicht sonst noch alles) konnten wir unser Wissen verbreiten. Sabrina Nietsche, die QuerMeisterklasse auf Exkursion: Viel zu Entdecken für uns Gärtner!

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