Auf an den Niederrhein

Im September stand fest: gemeinsam mit unserer Lehrerin, Frau Geiger, sollten wir bereits im Oktober die erste dreitägige Exkursion unternehmen. Mit großer Vorfreude starteten wir, die Zierpflanzer, also am Mittwoch, dem 11.10.2023, unseren Weg in Richtung der holländischen Grenze.
Unser Ziel: der Niederrhein!

Autark im Gartenbau! Auf jeden Fall!
Nach etwa 320 Kilometern und jeder Menge Spaß während der Busfahrt, erreichten wir den Betrieb Gartenbau Engels, der sich nicht weit von der Kölner Innenstadt befindet. Noch etwas unsicher und schüchtern wurden wir herzlich von Herrn Josef Engels in seinem etwa 10 Hektar großen Betrieb empfangen. Nach kurzer Zeit waren wir aufgetaut und stellten Herrn Engels zahlreiche Fragen. Besonders beeindruckend war die Tatsache, dass der Betrieb sich zu etwa 90 % autark mit Energie versorgt. Die Beheizung erfolgt durch die eigene Holzhäckselheizung, die mit Industrieabfallholz betrieben wird. Zudem wurden Solarpaneele in südlicher, östlicher und westlicher Richtung mit einer Gesamtleistung von über 700 kW installiert. Diese Energie wird in einem 500 kW Speicher gespeichert und zu etwa 80 % selbst genutzt. Neben der Energiegewinnung wird jeglicher Regen von der 5 Hektar großen Gewächshausfläche gesammelt, wobei etwa 12 Millionen Liter zusammenkommen. Zusätzlich verfügt die Gärtnerei über einen eigenen Brunnen. Herr Engels beantwortete alle unsere Fragen und verabschiedete uns genauso herzlich, wie er uns zu Beginn empfangen hatte.

Ein starker Zusammenhalt
Nach unserer Ankunft in Geldern bezogen wir unsere Zimmer im „Haus Deckers“. Anschließend waren wir gemeinsam in einem örtlichen Steakhaus essen. Bereits am ersten Abend und nach der langen Fahrt spürten wir, wie gut sich unser Klassenzusammenhalt entwickelte. Nach einem interessanten, wenn auch anstrengenden ersten Tag fielen wir nach endlosen Fachgesprächen zufrieden in unsere Hotelbetten.

Vermarktung direkt an der holländischen Grenze
Die Attraktivität des Niederrheins für zahlreiche Gärtnereien ergibt sich aus der Nähe zur holländischen Grenze und deren Vermarktungsstruktur. Nach nur wenigen Stunden Schlaf brachen wir um 6 Uhr auf, um an der Veiling-Rhein Maas Versteigerung in Straelen-Herongen teilzunehmen. Hier erlebten wir live, wie etwa 600 Bieter an acht Versteigerungsuhren aktiv waren. Wir waren sprachlos: pro Stunde werden hier etwa 400 Schnittblumen und 600 CC-Wägen mit Topfpflanzen versteigert. Somit waren wir Zeugen der größten Pflanzenversteigerung Deutschlands.

Faszination Orchideen-Sonderkultur
Nach einer kurzen Frühstückspause erreichten wir gegen 9:30 Uhr die Orchideen-Gärtnerei Hassinger. Herr Hans Hassinger empfing uns persönlich und führte uns stolz durch seinen Betrieb. Besonders überraschend war für uns, wie die Orchideenzucht und -kultur abläuft. Von der ersten Bestäubung bis zur fertigen Pflanze können bis zu 10 Jahre vergehen! Schnell überfluteten wir Herrn Hassinger mit Fragen und konnten gar nicht genug von den Gewächshäusern voller Orchideen bekommen. Aufgrund unseres straffen Zeitplans mussten wir uns jedoch gegen 12 Uhr verabschieden.

Innovativität im Produktionsbetrieb
Um 13 Uhr erreichten wir den Gartenbaubetrieb Welzel in Kerken. Herr Welzel erwartete uns in seinem 9 Hektar großen Betrieb. Auch hier fiel erneut die Innovativität im Bereich Energieversorgung auf. Die Gärtnerei nutzt einen „Energiemix“, der je nach Verfügbarkeit und Energiebedarf variiert. Dieser Mix setzt sich aus Biogas, Erdwärme und selbst produziertem Strom durch ein Blockheizkraftwerk (BHKW) zusammen. Für ihre nachhaltigen Ansätze erhielt die Gärtnerei 2019 den TASPO-Award in der Netzwerkgruppe „Natürlich nachhaltig“.

Was wir sonst noch erlebt haben? Bleibt gespannt, die Fortsetzung folgt!

Julia Holder, G1z

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